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Die Jungen machen häufiger krank!

Arbeitnehmende der Generation Z seien öfter krankgemeldet als ihre älteren Arbeitskollegen. Zu dem Ergebnis kam eine aktuelle Untersuchung. Generationenforscher Rüdiger Maas ordnet die Ergebnisse ein.


Die Jungen machen häufiger krank!
Die Jungen machen häufiger krank!

Generationenforscher Rüdiger Maas spricht im Interview bei der tz über das Misstrauen gegenüber jungen Arbeitnehmenden


Eine veränderte Einstellung zur Arbeit als Ursache

Maas erklärt, dass die Generation Z eine andere Einstellung zum Arbeitsleben habe als ihre älteren Kolleg:innen. Junge Arbeitnehmende seien weniger dazu bereit, Überstunden zu machen und hätten einen anderen Bezug zu Krankheitstagen. Das ergaben Befragungen des Instituts für Generationenforschung unter der Generation Z. Antworten wie: „Der Durchschnitt in meiner Branche liegt bei über 25 Krankheitstagen pro Jahr. Ich war nur 10 Tage krank, auf 15 habe ich immer noch Anspruch“, seien dabei keine Seltenheit.


Bisherige Berufseinsteiger:innen haben sich noch nie so zu ihren Krankheitstagen geäußert. Das sei aber nicht zwangsläufig schlecht, wie der Psychologe betont: Während jüngere Menschen häufiger zu Hause bleiben, wenn es ihnen nicht gut geht, gingen ältere Menschen eher in die Arbeit. Mit der Gefahr, Kolleg:innen anzustecken oder längerfristig auszufallen. Hinzu komme, dass psychische Erkrankungen in den vergangenen Jahren unter jungen Menschen zugenommen haben. Vor allem Depressionen, Anpassungsstörungen und Angststörungen kämen häufiger vor. Das liege einerseits daran, dass diese Erkrankungen heute ernster genommen werden würden als früher. Auf der anderen Seite würden Erkrankungen oder scheinbare Erkrankungen als Entschuldigung benutzt, um nicht arbeiten zu müssen. 


Überfürsorgliche Eltern: Auswirkungen auf Kinder und Arbeitskultur

Heutzutage sei es gesellschaftlich erwünscht, dass sich jüngere Arbeitnehmende nicht mehr, wie viele ihre Eltern, überarbeiten. Daran ist auch nichts verkehrt. Allerdings könnte überfürsorgliches Verhalten der Eltern dazu beitragen, dass ihr Nachwuchs Dinge und auch mögliche Symptome überinterpretiert. Darüber hinaus kann man heute jedes Krankheitsbild „googeln“ und vorschnelle Rückschlüsse ziehen. Der hohe Konsum digitaler Inhalte tue sein Übriges: Viele Studien belegen, dass sich junge Menschen nach ein paar Stunden in sozialen Netzwerken schlechter fühlen als zuvor. Am unglücklichsten sind Menschen der Generation Z. Das hat viel mit Reizüberflutung zu tun sowie der Tatsache, im Netz ständig Entscheidungen treffen zu müssen, betont der Leiter des Instituts für Generationenforschung.


Unangenehme Konsequenzen für Arbeitgebende?

Unternehmen müssen zeitnah reagieren, wenn sie einen hohen Krankenstand unter jungen Mitarbeiter:innen beobachten. Dabei hilft es nur, das Gespräch mit den Mitarbeiter:innen zu suchen. Langfristig könnte nämlich die Teamdynamik in Mitleidenschaft gezogen werden.

Allerdings sei es nur ein kleiner Teil der Generation Z, der sich mit vielen Krankheitstagen ausruhe. Denn gerade gegenwärtig bringen die Mitglieder der Generation Z viele Innovationen und Ideen in die Arbeitswelt ein, seien erfolgreich und erzielen gute Leistungen.

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