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Future of Work 2035: Corporate Responsibility und KI – Warum Verantwortung & Commitment heute entscheidend sind

vor 18 Stunden
7 Min. Lesezeit

Future of Work Research Series 03/2026



Autor: Hartwin Maas

Institution: Institut für Generationenforschung

Erscheinungsjahr: 2026

Research Series: Future of Work 2035

Themen: Future of Work · Corporate Responsibility · Künstliche Intelligenz · Gender-AI-Gap · Commitment · Verantwortung · Generation Z · Mitarbeiterbindung · Führung · Unternehmenskultur







Research Report kostenlos als PDF herunterladen:


Die Zukunft der Arbeit braucht mehr als neue Arbeitsmodelle

Wie flexibel soll Arbeit sein? Wie begegnen Unternehmen dem Fachkräftemangel? Und wie verändert Künstliche Intelligenz Tätigkeiten und Kompetenzen?


Die ersten beiden Teile der Future of Work Research Series 2026 haben gezeigt, wie stark sich Strukturen, Arbeitsmodelle und Erwartungen verändern.


Der dritte Teil richtet den Blick auf eine weitere entscheidende Ebene:

Was bringt Menschen dazu, Verantwortung zu übernehmen, technologische Veränderungen mitzutragen und sich langfristig mit ihrer Arbeit zu identifizieren?


Denn die Zukunft der Arbeit entscheidet sich nicht allein an Technologie oder Arbeitszeitmodellen. Sie hängt ebenso davon ab, ob Beschäftigte Verantwortung übernehmen können, Vertrauen in neue Technologien entwickeln und eine echte Bindung zu ihrer Tätigkeit und ihrem Unternehmen aufbauen.


Abstract

Die Arbeitswelt befindet sich nicht nur in einem technologischen, sondern auch in einem kulturellen Wandel. Neue Arbeitsmodelle, Künstliche Intelligenz und veränderte Erwerbsbiografien beeinflussen zunehmend die Beziehung zwischen Menschen, Arbeit und Organisationen.


Die Future of Work Research Series 03/2026 untersucht drei zentrale Faktoren dieser Entwicklung: Verantwortungsübernahme, den Umgang mit Künstlicher Intelligenz und das Commitment von Beschäftigten.


Die Ergebnisse zeigen, dass Einstellungen und tatsächliches Verhalten nicht immer übereinstimmen. So messen männliche Auszubildende der Möglichkeit, Verantwortung übernehmen zu können, eine höhere Bedeutung bei. Gleichzeitig berichten weibliche Auszubildende häufiger davon, in der Praxis bereits Ausbildungsverantwortung übernommen zu haben.


Auch beim Umgang mit Künstlicher Intelligenz zeigen sich Unterschiede. Untersuchungen des Instituts für Generationenforschung weisen auf einen Gender-AI-Gap hin: Frauen fühlen sich im Durchschnitt weniger gut auf den zunehmenden Einsatz von KI vorbereitet. Dabei geht es weniger um fehlende Fähigkeiten als um Faktoren wie Vertrauen, Selbstwirksamkeit, Risikoempfinden und strukturelle Rahmenbedingungen.


Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse zum affektiven Commitment, dass insbesondere weibliche Auszubildende eine starke emotionale Bindung an ihre Arbeit entwickeln können.


Die zentrale Erkenntnis lautet daher:

Zukunftsfähige Unternehmen müssen nicht nur Technologien und Arbeitsmodelle verändern, sondern Bedingungen schaffen, unter denen Menschen Verantwortung übernehmen, sich kompetent erleben und eine echte Verbindung zu ihrer Arbeit entwickeln können.


Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick


Hinweis: Die Visualisierung wurde mit generativer KI erstellt. Die dargestellten Inhalte basieren auf der Future of Work Research Series 03/2026 des Instituts für Generationenforschung.



Verantwortung: Wollen und Handeln sind nicht dasselbe

Wie verantwortungsbereit ist die junge Generation?

Diese Frage wird häufig über Einstellungen und Selbsteinschätzungen beantwortet. Doch genau hier zeigt sich ein interessanter Widerspruch. Männliche Auszubildende bewerten die Möglichkeit, Verantwortung übernehmen zu können, häufiger als wichtigen Bestandteil ihrer Ausbildung.


Auf den ersten Blick könnte daraus geschlossen werden, dass Männer stärker nach Verantwortung oder entsprechenden Entscheidungspositionen streben. Die tatsächlichen Erfahrungen zeichnen jedoch ein anderes Bild: Weibliche Auszubildende berichten häufiger, bereits konkret Ausbildungsverantwortung übernommen zu haben.


Der Befund zeigt, wie wichtig es ist, zwischen drei Ebenen zu unterscheiden:

  • Verantwortung wünschen.

  • Verantwortung übernehmen wollen.

  • Verantwortung tatsächlich übernehmen.


Einstellungen und Verhalten sind nicht automatisch deckungsgleich. Für Unternehmen ergibt sich daraus eine wichtige Konsequenz: Wer Verantwortungsbewusstsein fördern möchte, sollte nicht nur fragen, wer Verantwortung übernehmen will. Unternehmen müssen Gelegenheiten schaffen, in denen Beschäftigte Verantwortung tatsächlich erleben und erproben können. Verantwortung entsteht auch durch Erfahrung.


Der Gender-AI-Gap: KI erreicht nicht alle Menschen gleichermaßen

Damit widerspricht der Gender-AI-Gap der verbreiteten Annahme, dass technologische Unterschiede mit jüngeren und digital aufgewachsenen Generationen von selbst verschwinden.


Es geht nicht nur um Kompetenz

Der Gender-AI-Gap sollte nicht vorschnell als Kompetenzdefizit verstanden werden.

Vielmehr wirken mehrere Faktoren zusammen:

  • unterschiedliches Vertrauen und Risikoempfinden,

  • unterschiedliches Selbstvertrauen im Umgang mit Technologie,

  • Unsicherheit beziehungsweise „AI-Anxiety“,

  • unterschiedliche Erfahrungen,

  • strukturelle Faktoren im Arbeitsumfeld.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Können Menschen KI nutzen?

Sondern auch: Trauen sie sich die Nutzung zu, fühlen sie sich sicher dabei und erleben sie die Technologie als unterstützend?


Denn fehlende Nutzungserfahrung kann langfristige Folgen haben. Wer KI seltener nutzt, erhält möglicherweise weniger Gelegenheit, entsprechende Kompetenzen aufzubauen und von den Produktivitätsgewinnen neuer Technologien zu profitieren. Aus einem Gender-AI-Gap könnte so langfristig ein Gender-Digital-Gap entstehen.


KI-Kompetenz braucht unterschiedliche Zugänge

Für Unternehmen reicht es deshalb nicht aus, ein KI-Training für alle Beschäftigten anzubieten und damit das Thema als erledigt zu betrachten.


KI-Transformation ist kein „One size fits all“-Projekt.

Unterschiedliche Generationen und Beschäftigtengruppen bringen unterschiedliche Erfahrungen, Erwartungen und Unsicherheiten mit. Zukunftsfähige Qualifizierung sollte deshalb nicht nur technisches Wissen vermitteln, sondern auch:

  • Handlungssicherheit schaffen,

  • Selbstwirksamkeit stärken,

  • Einstiegshürden reduzieren,

  • Risiken transparent machen,

  • konkrete Anwendungsmöglichkeiten vermitteln,

  • unterschiedliche Lernvoraussetzungen berücksichtigen.



„Der Erfolg von KI wird nicht allein von der Lesitungsfähigkeit der Technologie abhängen. Entscheiden wird sein, ob Menschen befähigt werden, sie souverän einzusetzen.“

Hartwin Maas, Zukunftsforscher



Commitment: Warum Menschen bleiben

In Zeiten von Fachkräftemangel und wachsender beruflicher Mobilität gewinnt eine weitere Frage an Bedeutung:


Was bindet Menschen eigentlich an ihre Arbeit und an ein Unternehmen?

Gehalt, Sicherheit und Karrierechancen bleiben relevant. Aber sie erklären Mitarbeiterbindung nicht vollständig. Gerade in einer Arbeitswelt mit flexibleren Erwerbsbiografien gewinnt die emotionale Verbindung zur eigenen Tätigkeit an Bedeutung.


Hier setzt das Konzept des affektiven Commitments an. Menschen mit hohem affektivem Commitment bleiben nicht allein aufgrund äußerer Anreize. Sie identifizieren sich mit ihrer Tätigkeit, erleben sie als sinnvoll und empfinden eine emotionale Verbundenheit mit ihrer Arbeit beziehungsweise Organisation.


Die Untersuchungen des Instituts für Generationenforschung zeigen dabei einen bemerkenswerten Befund: Weibliche Auszubildende weisen höhere Werte beim affektiven Commitment auf als männliche. Das widerspricht der Vorstellung, dass Frauen aufgrund anderer Lebensbereiche oder familiärer Verpflichtungen zwangsläufig eine geringere berufliche Bindung entwickeln.


Die Ergebnisse zeigen vielmehr:

Arbeit kann für Frauen in besonderem Maße mit Identifikation, Sinn, Anerkennung und persönlicher Entwicklung verbunden sein.


Verantwortung, KI und Commitment hängen zusammen

Auf den ersten Blick erscheinen Verantwortungsübernahme, KI-Kompetenz und Mitarbeiterbindung als unterschiedliche Themen.


Tatsächlich verbindet sie ein gemeinsamer Gedanke: Menschen möchten sich in ihrer Arbeit als wirksam erleben. Wer Verantwortung übernehmen darf, erlebt Gestaltungsspielraum. Wer neue Technologien souverän einsetzen kann, erlebt Kompetenz und Handlungsfähigkeit. Wer Sinn, Anerkennung und Identifikation in seiner Tätigkeit findet, entwickelt eher eine emotionale Bindung.


„Future of Work ist deshalb nicht nur eine Frage neuer Strukturen. Es ist auch eine Frage der Beziehungen ziwschen Mensch, technologie und Organisation.“

Hartwin Maas, Zukunftsforscher



Future of Work ist weit mehr als neue Technologien

Die Diskussion über die Zukunft der Arbeit konzentriert sich häufig auf KI, Automatisierung, Homeoffice oder neue Arbeitszeitmodelle.


Doch keine dieser Entwicklungen beantwortet automatisch die Frage, wie gute Arbeit künftig aussieht. Technologie kann Menschen unterstützen. Flexible Arbeit kann neue Freiräume schaffen. Neue Karrierewege können individuelle Entwicklung ermöglichen. Aber erst die Art und Weise, wie Menschen diese Veränderungen erleben (Generation Foresight), entscheidet darüber, ob daraus eine zukunftsfähige Arbeitswelt entsteht.

„KI verändert Arbeit. Verantwortung und Commitment entscheiden mit darüber, wie erfolgreich dieser Wandel wird.“

Hartwin Maas, Zukunftsforscher



Was bedeutet das für Unternehmen?

Aus den Ergebnissen lassen sich fünf zentrale Handlungsfelder ableiten:


  1. Verantwortung erlebbar machen

    Nicht nur nach Verantwortungsbereitschaft fragen, sondern konkrete Möglichkeiten schaffen, Verantwortung zu übernehmen.

  2. KI-Kompetenz zielgruppenspezifisch entwickeln

    Unterschiedliche Erfahrungen, Unsicherheiten und Ausgangslagen bei der Qualifizierung berücksichtigen.

  3. Selbstwirksamkeit stärken

    Beschäftigte sollten erleben, dass sie technologische Veränderungen aktiv gestalten können und ihnen nicht lediglich ausgesetzt sind.

  4. Commitment aktiv fördern

    Sinn, Wertschätzung, Entwicklung und Gestaltungsspielräume werden zu wichtigen Faktoren der Mitarbeiterbindung.

  5. Future of Work kulturell denken

    Die Zukunft der Arbeit ist nicht nur eine technische oder organisatorische Transformation. Sie verändert auch die Beziehung zwischen Menschen und Unternehmen.


Die zentrale Erkenntnis

Future of Work entscheidet sich nicht allein daran, welche Technologien Unternehmen einsetzen oder welche Arbeitsmodelle sie anbieten.


Entscheidend wird sein, ob Menschen Verantwortung übernehmen können, sich im Umgang mit neuen Technologien kompetent und sicher fühlen und eine echte Verbindung zu ihrer Arbeit entwickeln.


Oder anders formuliert:

„Die Zukunft der Arbeit braucht nicht nur intelligente Technologien. Sie braucht Menschen, die sich zutrauen, Verantwortung zu übernehmen, Veränderungen mitzugestalten und sich mit ihrer Arbeit verbunden zu fühlen.“

Hartwin Maas, Zukunftsforscher



Future of Work Research Series 2026

Die Publikation ist der dritte Teil der dreiteiligen Forschungsreihe Future of Work 2035 des Instituts für Generationenforschung.


Research Series 01/2026

Future of Work, New Work, Arbeitskonzepte und die Paradoxien einer zunehmend flexiblen Arbeitswelt.

Erschienen August 2026


Research Series 02/2026

Wie demografische Veränderungen und neue Erwartungen an Arbeitgeber gleichzeitig auf Unternehmen wirken.

Erschienen September 2026


Research Series 03/2026

Corporate Responsibility und KI – Warum Verantwortung und Commitment heute entscheidend sind

Welche Rolle Verantwortung, Vertrauen und Commitment in einer zunehmend von Künstlicher Intelligenz geprägten Arbeitswelt spielen.

Erschienen Oktober 2026


Empfohlene Zitierweise

Maas, H. (2026). Future of Work 2035: Corporate Responsibility und KI – Warum Verantwortung und Commitment heute entscheidend sind. Future of Work Research Series 03/2026, Institut für Generationenforschung, Augsburg.


Über den Autor

Hartwin Maas

Zukunftsforscher | Institut für Generationenforschung

Hartwin Maas ist Wirtschaftsingenieur und Zukunftsforscher. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Frage, wie technologische, gesellschaftliche und generationale Veränderungen die zukünftige Arbeitswelt beeinflussen.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Generation Foresight und Future of Work.


Sein Ansatz verbindet wirtschaftliches und technisches Verständnis mit der systematischen Analyse zukünftiger Entwicklungen. Dabei betrachtet er nicht einzelne Trends isoliert, sondern deren Zusammenspiel: Wie verändert Künstliche Intelligenz bestehende Rollen und Aufgaben? Welche Erwartungen bringen unterschiedliche Generationen in Unternehmen ein? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Führung, Zusammenarbeit und die strategische Ausrichtung von Organisationen?


Als Zukunftsforscher und Keynote Speaker übersetzt Hartwin Maas wissenschaftliche Erkenntnisse und Zukunftsentwicklungen in konkrete Fragestellungen und Handlungsperspektiven für Unternehmen.


Was bedeuten die Ergebnisse für Ihr Unternehmen?

Die Einführung von Künstlicher Intelligenz, die Bindung von Fachkräften und die Entwicklung zukünftiger Führungskräfte lassen sich nicht getrennt voneinander betrachten.


Unternehmen benötigen nicht nur neue Technologien, sondern eine Arbeitskultur, in der Menschen Verantwortung übernehmen, ihre Kompetenzen entwickeln und sich mit ihrer Tätigkeit identifizieren können.


Das Institut für Generationenforschung unterstützt Unternehmen dabei, diese Entwicklungen einzuordnen und daraus konkrete Zukunftsstrategien abzuleiten.


Mögliche Themen eines Executive Briefings

  • Wie fördern wir Verantwortungsübernahme bei jungen Beschäftigten?

  • Wie können wir unterschiedliche Gruppen auf den Einsatz von KI vorbereiten?

  • Wo entstehen Akzeptanzbarrieren bei der KI-Transformation?

  • Wie stärken wir Selbstwirksamkeit und technologische Handlungssicherheit?

  • Welche Faktoren beeinflussen Commitment und Mitarbeiterbindung?

  • Wie müssen Führung und Unternehmenskultur auf diese Veränderungen reagieren?



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